O-Ton: Frank Mädler zum Objekt ›Sprechkanüle/Trachealkanüle‹

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Frank Mädler ist Vorsitzender des Landesverbandes der Kehlkopfoperierten in Sachsen, selbst kehlkopflos und spricht seit 1989 mit der Ösophagus-Stimme. Im folgenden Beitrag spricht er über das Objekt »Trachealkanüle/Sprechkanüle« aus der Sammlung des Deutschen Hygiene-Museum Dresden.

Diese Kanüle habe ich 1989 von unserer Klinik – eine neue und eine gebrauchte – bekommen, als ich operiert worden bin. Die Silberkanüle ohne Schlitz zur Sprechkanüle, sondern durchweg mit Innenkanüle galt bis Mitte der 90er Jahre als Nonplusultra – hat einen Vorteil: Die Silberkanüle ist wahnsinnig steril. Sie hat in sich die Kraft, rund 50% der anfallenden Bakterien zu vernichten. Was ja die die heute gängige Silikonkanüle nicht mehr hat. Sie hat einen Nachteil: Sie ist wahnsinnig scharf. Sie hat also immer Blutungen herbeigeführt, beim Abhusten, beim Kopf drehen, ist sie also immer an die Seite ran und sofort hat man bei vielen Stenosen festgestellt, also Wundscheuerungen der Wand und so ist man nach und nach von der Silberkanüle abgekommen Heute wird die kaum noch eingesetzt. Sie hat ausgedient. Sie ist auch von ihrer Beschaffenheit bei weitem nicht so. Ich hab für den Notfall für mich persönlich meine noch zu Hause, weil man immer noch der Meinung gewesen ist: Das Stoma verändert sich. Mein Stoma ist heute noch so groß wie 1989. Das liegt auch ganz besonders daran, dass unsere Ärzte eine ganz tolle OP-Methode hatten. Also da wird ein Muskelstück von der Luftröhre über das nächste drübergezogen und wird dann angenäht.

Das ist ja jetzt eine Trachealkanüle mit einem Sprechkläppchen, d. h. es wird vorausgesetzt, dass auch einen…

…Ja, das ist eigentlich eine, die gibt’s überhaupt nicht mehr. Heute sind die gesiebt, also eine gesiebte Kanüle. Die mit dem Schlitz gibt es nicht mehr, weil sie starke Wunden verursacht, die Ränder sind ganz scharf. Das sind Kanülen, die eingesetzt werden bei einer Tracheotomie, d. h. wenn der Patient den Kehlkopf noch hat.