Elena Gußmann

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Studentische Hilfskraft
Technische Universität Berlin

Beiträge

Der Erste Weltkrieg und die mit ihm verbundenen extremen physischen und psychischen Belastungen hatten auf die kulturelle, intellektuelle und künstlerische Wahrnehmung menschlicher Körper ebenso wie auf die Entwicklung neuer Technologien der Wiederherstellung, Verbesserung und Steigerung körperlicher Eigenschaften und Fähigkeiten einen kaum zu überschätzenden Einfluss.

Was passiert, wenn Menschen versuchen, ihre verlorenen Gliedmaßen selbst zu ersetzen, sich selbst oder den Menschen ihrer unmittelbaren Umgebung neue Gliedmaßen zu basteln? Dieser Prozess des Ent- und Verwerfens, des Anpassens von Dingen an den eigenen Körper, des Arbeitens mit vorhandenem begrenztem Material und Werkzeug, scheint zunächst denkbar weit entfernt von den hochtechnologischen Artefakten der modernen Prothetik. Gerade deshalb, das ist meine Annahme, kristallisieren sich in diesen Prozessen spannende Fragestellungen.

Wie geht man mit Dingen um? Man be-greift sie, man hand-habt sie – man tut es einfach. Wie geht man mit Dingen im geistes- und kulturwissenschaftlichen Diskurs um? Das ist eine viel kompliziertere Frage. Nachdem der vielzitierte material turn in den Kulturwissenschaften den Fokus auf die Dinge und deren Materialität gesetzt und damit für Furore gesorgt hat, bemühen sich die Verteter_innen unterschiedlichster Disziplinen um einen partnerschaftlichen Dialog mit den Dingen.

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